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"Humanes Leben - Humanes Sterben" Ausgabe 2010/2011 Sonderausgabe, S.61:

Sterbehilfe ganz nah - Erfahrungen aus einem tabuisierten Bereich


Auf dieses Werk hat man lange gewartet. Peter Puppe, Autor, Lektor und langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter der DGHS, kämpft seit Jahren für das Recht auf Selbsterlösung. Jetzt hat er seine Erfahrungen in einem tief bewegenden Buch zusammengefasst.

Puppe beschreibt anhand von Einzelschicksalen klar und prägnant, wie er Menschen auf ihrem letzten, ganz individuellen Weg zu einem würdigen Ende begleitet. Seine Erfahrungen bezieht er aus zahlreichen Besuchen und Gesprächen mit reflektierten, meist todkranken Personen, die sich eigenverantwortlich für den Tod entschieden haben. Der Leser trifft dabei auf verzweifelte, immer aber auch mutige Menschen, die Puppe umfassend berät und rücksichtsvoll begleitet.

Eins haben dabei alle Hilfesuchenden gemeinsam: Sie leiden an einer Krankheit, mit der sie ihrer Meinung nach kein menschenwürdiges Dasein mehr führen können. Darüber hinaus lehnen sie es allesamt ab, in ein Pflegeheim zu kommen oder wollen - sofern sie schon dort sind - so schnell wie möglich wieder daraus entlassen werden. Puppe erlebt dabei immer den innigsten Wunsch, ein elendiges Dahinsiechen beenden zu wollen. Die Schicksale sind vor allem die älteren Menschen, die zufrieden auf ein erfülltes Leben zurückblicken.

Neben den bewegenden Einzelschicksalen verschafft Puppe dem Leser auch einen Überblick über Schwierigkeiten, die er im Zusammenhang mit dem Freitod erlebt hat: die Angst des behandelnden Arztes sich strafbar zu machen, die Zwangseinweisung nach Suizidversuch oder der Fehlschlag aufgrund von Unkenntnis über die richtige Zusammensetzung der Medikamentendosis. Damit erfüllt das Buch auch eine aufklärerische Funktion.

Die Tatsache, dass es Sterbehelfer wie Peter Puppe gibt, die so transparent, reflektiert und vor allem informiert an ihre ehrenamtliche Arbeit herangehen, ist vorbildhaft und ermutigend. Sie sind es, die das Ansinnen der DGHS, Selbstbestimmung bis zum Tod, möglich machen.
Simone Scheps

Puppe, Peter >Ich sterbe mich. Aus dem Alltag deutscher Sterbehelfer.< Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010,

ISBN 978-3-86901-936-9. Zu beziehen über den Autor für

€ 13,50 unter peterpuppe@gmail.com.




die tageszeitung - 25.08.2010:

PETER PUPPE, AUTOR UND ANDERES

Der aktive Sterbehelfer


Sein neues Buch "Ich sterbe mich" beginnt mit einem Zitat von Seneca. Von dem Philosophen wurde verlangt, sich selbst zu töten. Aus der Not wurde laut Autor Peter Puppe eine Tugend: Das Recht auf Selbstbestimmung. Über das eigene Leben. Und auch den Tod. "Wir Menschen sollten selbstbestimmt leben und auch ebenso sterben können", sagt Peter Puppe. Sein aktuelles Buch "Ich sterbe mich" behandelt das Thema Sterbehilfe und gibt Anleitungen zum Freitod.


Seit über 30 Jahren beschäftigt Puppe sich mit dem Thema. Seine Mutter starb plötzlich nach einer Gehirnblutung. "Was auch gut war. So musste sie nicht in diesen Zustand der Abhängigkeit kommen, den sie nie gewollt hätte." Der ehemalige Sprachheiltherapeut ist mittlerweile 66 und im Ruhestand. Er arbeitet als Autor, Lektor, Hörbuchsprecher und als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben. Er besucht Alte und Kranke und berät sie, wie man eine Patientenverfügung aufsetzt, an welche Ärzte sie sich für eine palliative Behandlung wenden sollen.


"Es gibt aber auch Grenzen dabei. Dann sage ich: ,Meine Arbeit ist hier zuende, Sie müssen nun mit der Privatperson Peter Puppe sprechen.'" Als Privatperson begleitete er beispielsweise einen 90-Jährigen in die Schweiz. Dort ist es erlaubt, einem Menschen Barbiturate in tödlicher Dosis zu verschreiben. "Hier gibt es das nur in der Tiermedizin, da kommt man nicht dran", sagt Puppe. Er hatte sich auf eine Anzeige des Mannes hin gemeldet. "Er hat gelitten und wollte nicht mehr leben. Warum soll er es müssen?"


Puppe sagt, dass er der Hospizbewegung offen gegenüber stehe - viele verstünden das nicht, weil sie Hospiz und Freitod als einen Gegensatz sehen. Für Puppe ist es jedoch kein Widerspruch. Beidemal gehe es schließlich um Selbstbestimmung. Seine Frau ist 30 Jahre jünger als Puppe. Mit ihr könne er offen über das Thema sprechen. "Ich habe auch eine Patientenverfügung, schon lange. Ich möchte nicht diesen Punkt verpassen, an dem ich mich nicht mehr erkenne." DEB


Peter Puppe, 66, hat an Sprachheilschulen und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Er lebt mit seiner Familie in Bremen.



"Humanes Leben - Humanes Sterben" Ausgabe 2/2006, S.44:

Die Illusion humanen Sterbens in Deutschland


Über ein Inserat in der HLS "Älterer Herr sucht Patientenanwalt" begegnet Autor Puppe dem 90jährigen schwerkranken Klaus G. und wird sein Patientenanwalt bzw. sein "Sterbehelfer, der den letzten Liebesdienst erweist und ihn erlöst". Verschiedene Selbsterlösungsversuche in Deutschland scheitern. Methoden und Rechtslage werden beschrieben. Der Ausweg findet sich schließlich in der Schweiz.

Die CD beschreibt eindrucksvoll die Realität von schwerer Krankheit und hohem Alter in all ihrer Härte und den Wunsch, menschenwürdig und schmerzfrei zu sterben. Sie gemahnt daran, dass uns das alle betrifft. Die ruhige Stimme des Sprechers Puppe macht das Anhören der CD sehr angenehm.

Christoph Sattler


Puppe, Peter (Träger des Arthur-Koestler-Preises 2005): Sterben dürfen - die letzten Wochen des Klaus G. Zur Illusion humanen Sterbens in Deutschland. 

ISBN 3-939144-35-5, € 9,60, zu beziehen über den Autor unter peterpuppe@gmail.com

 


 

"Humanes Leben - Humanes Sterben" Ausgabe 1/2006:

http://www.dghs.de/pdf/14_15_HLS1_06.pdf

ARTHUR-KOESTLER-PREIS 2005


Grauenhafte Schicksale sind alltäglich

Peter Puppe erhielt den Arthur-Koestler-Preis 2005


Am 7. November wurde in Frankfurt im Rahmen der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der DGHS der Arthur-Koestler-Preis 2005 verliehen. Wir dokumentieren im Folgenden Auszüge aus der Laudatio von DGHS-Präsident Karlheinz Wichmann und der Dankesrede von Preisträger Peter Puppe.

Aus der Laudatio

Meine sehr geehrten Damen und Herren, im Rahmen der Veranstaltungen der „Woche für das Selbstbestimmungsrecht“, die in diesem Jahr zusammenfällt mit dem 25-jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben, vergibt sie den Arthur-Koestler-Preis. Durch diesen Preis sollen Journalisten, Schriftsteller und Autoren ausgezeichnet werden, die herausragende Beiträge zur Sterbethematik unter besonderer Berücksichtigung des Selbstbestimmungsrechtes veröffentlicht haben. Wir halten diese Beiträge für sehr wichtig: Sie regen zum Nachdenken an und sie beeinflussen die Meinungsbildung. Sie wissen selbst, dass in einigen Ländern Europas die Sterbebegleitung und die Sterbehilfe liberaler gehandhabt wird als bei uns in der Bundesrepublik Deutschland. (…)

Sterbewunsch eines 90-jährigen

(…) Peter Puppe ist der Preisträger des Arthur-Koestler-Preises im Jahre 2005. Er erhält den Preis für seinen Beitrag „Sonnenwende oder Ich bin nicht maßgebend“. Dieser Beitrag wurde am 28. Mai dieses Jahres veröffentlicht und zeichnet in bedrückender Form den Sterbewunsch des 90 Jahre alten Karl Gropius auf, der, seines Lebens müde, seinen Leiden nicht mehr gewachsen, eine Möglichkeit sucht, diesem von ihm nicht mehr ertragbaren Zustand ein Ende zu setzen und der einen Menschen braucht, der ihm dabei zur Seite steht. Eine solche Hilfe ist sehr problematisch, sie ist eine Gratwanderung und sie stößt oft auf Unverständnis – ja, oft auf Ablehnung.

Scheitern an der „unterlassenen Hilfeleistung“

Karl Gropius kannte die Diskussion um das Sterben in Würde. Er wusste von der Möglichkeit, mit ausreichenden Medikamenten ein menschenunwürdiges Leiden zu lindern. Er wusste auch von dem Anspruch und den Möglichkeiten, wenn der Zustand des Leidens unerträglich würde, das Leben zu beenden. Er musste mit seinem Hilferuf scheitern, denn im deutschen Strafrecht gibt es seit 1936 die Rechtskonstruktion der „unterlassenen Hilfeleistung“, eine Konstruktion, die jeden mit Strafe bedroht, der nicht bereit ist, einem anderen, der sich in körperlicher Not befindet, zu helfen. (…)

Auszüge aus der Dankesrede des Preisträgers Peter Puppe

Sie haben mir heute einen Literaturpreis zugedacht, auf den ich stolz bin und dankbar. (…)

Damit sind wir beim Thema der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben und beim bedeutendsten Moment meines Lebens außer meiner Geburt. Sterben und Leben – ein Widerspruch? Ein Gegensatz? Ich glaube nicht. So, wie die Geburt zu meinem Leben gehört, so gehört auch das Sterben dazu. Und so, wie ich als mündiger Mensch ein originäres Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes Leben habe, so habe ich auch ein originäres Menschenrecht auf mein selbstbestimmtes Sterben. Es ist das Versäumnis unserer Zeit und unserer Politiker, dies nicht erkannt und noch immer nicht in Gesetzesform gesichert zu haben.

Humanes Sterben als "Lotteriegewinn“

Jeden Tag vollziehen sich grauenhafte Schicksale, wie die des Karl Gropius im Juni 2005. Im Internet hatten Sie Gelegenheit, den humanen Sterbewunsch dieses greisen Mannes als literarischen Text zwischen Fiktion und Realität kennen zu lernen. Die Wahrheit, die nicht weniger dramatisch ist, erfahren Sie in meinem Hörbuch „Sterben dürfen – die letzten Wochen des Klaus G.“ Als Untertitel habe ich gewählt: „Zur Illusion humanen Sterbens in Deutschland“. Darüber hinaus hat einer der besten Filmemacher in Deutschland – Eike Besuden – unter demselben Titel „Sterben dürfen ...“ eine filmische Dokumentation über den inhumanen Umgang mit dem selbstbestimmten Sterbewunsch des 90-jährigen Klaus Grobecker erstellt. Dieser Film ist mindestens so preiswürdig wie mein bescheidener literarischer Beitrag. Wir alle wünschen uns ein sanftes, friedliches, schmerzfreies Sterben. Am Abend einschlafen und am Morgen nicht mehr erwachen. Dies aber wird nur wenigen zum Geschenk. Humanes Sterben darf nicht länger Hauptgewinn in einer Lotterie mit unserem Leben sein. Humanes Sterben ist unverzichtbares Menschenrecht!

Kein Gegensatz zur Hospizbewegung

Damit mich niemand missversteht: Ich formuliere keinen Gegensatz zur Hospizbewegung oder zur Forderung nach verbesserter Palliativmedizin. Und ich wünsche keinen unkontrollierten Freibrief für Sterbehelfer – im Gegenteil. Jeder Mensch muss alle Fortschritte der modernen Medizin und Pflege in Anspruch nehmen können, bis zur letzten Minute seines natürlichen Lebens. Wenn aber das Leiden unsere Lebensmotivation überdeckt, haben wir als mündige, selbstbestimmte Menschen das Recht auf ein humanes, schmerzfreies Sterben. Leider gibt es Mitmenschen, die anderen dieses Recht verweigern. Das nenne ich menschenunwürdig! Ich spreche nicht von aktiver Sterbehilfe. Das ist eine völlig andere Diskussion. Ich spreche von dem individuellen Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes, schmerzfreies Sterben, wenn ich mein Leiden als unvereinbar empfinde mit meiner menschlichen Würde. Jeder Arzt, jeder Apotheker und jeder Chemiker hat heute die Möglichkeit, seinem Leiden ein humanes, schmerzfreies Ende zu setzen. Dies findet Woche für Woche in Deutschland statt, wird aber in der Öffentlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes „tot“ geschwiegen. Klaus Grobecker hat einmal zu mir gesagt: „Wenn du nicht privilegiert bist, musst du den Tod im schlimmsten Falle unter grauenhaften Schmerzen tagelang herbei schreien ...!“

Grundlagen für humane Selbsterlösung schaffen

Fordern wir den Gesetzgeber auf, endlich die Grundlagen zu schaffen für das Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes, schmerzfreies Sterben, wenn wir nach Abwägung unserer gesundheitlichen und lebenswerten Perspektiven den Zeitpunkt für gekommen halten, uns selbst auf humane Weise von unserem Leiden zu erlösen! Eine humane Gesellschaft kann dieses Recht keinem Menschen absprechen. Ich akzeptiere die Einstellung eines jeden Menschen, der aus religiöser oder anderer Überzeugung sein Leben unter allen Umständen bis zur letzten Sekunde – auch unter unsäglichen Schmerzen – bewahrt wissen möchte. Hier sage ich Dank an die Hospizbewegung und die Palliativmedizin. Sie sind zu fördern und zügig weiterzuentwickeln. Ich spreche aber jedem Kirchenvertreter und jedem Funktionär der Hospizbewegung das Recht ab, über andere Menschen mitzubestimmen, die nicht bereit sind, ihnen und ihren Dogmen unwidersprochen als „Schäfchen“ in die diesseitige Hölle zu folgen. (…)

Peter Puppe

 



Weser Kurier, Bremen, 06. Dezember 2005

Er hat sein lang ersehntes Ziel erreicht

Peter Puppe begleitete 90-Jährigen beim Sterben und erhielt für seinen Text

darüber einen Preis

Von unserer Redakteurin Iris Hetscher


BREMEN. Als Peter Puppe 45 Jahre alt war, entschloss er sich, Mitglied der "Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben", kurz DGHS, zu werden. Eine persönliche Erfahrung hatte ihn in diesem Entschluss bestärkt: Seine Mutter war nach einer Gehirnblutung ins Koma gefallen. "Ich habe mich stark mit dem Thema Sterbehilfe befasst - ich wusste, dass sie sich gewünscht hätte, nicht zum Pflegefall zu werden", sagt Puppe.

17 Jahre ist das her. Der Tod von Klaus G. dagegen ist bei Peter Puppe ein noch frischer Eindruck. Zudem er den 90-jährigen Bremer nicht nur in seinen letzten Lebenswochen begleitet, sondern über dessen Sterben einen Text namens "Sonnenwende oder Ich bin nicht maßgebend" verfasst hat. Diesen fand die Jury des Arthur-Koestler-Preises, den die DGHS vergibt, so treffend, dass sie Peter Puppe die diesjährige, mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung verlieh.

Puppe, ehemaliger Fachpädagoge für Sprach- und Verhaltenstherapie und seit zwei Jahren in Altersteilzeit, kann sehr plastisch von Klaus G. erzählen, den er nur acht Wochen lang kannte, dem er aber sehr nah gekommen sein muss. Inzwischen hat er nicht nur den halb dokumentarischen, halb fiktionalen Preis-Text über ihn verfasst, sondern auch ein Hörbuch: "Sterben dürfen, die letzten Wochen des Klaus G.".

G. suchte über die Vereinszeitschrift der Gesellschaft einen Patientenanwalt, "also einen, der die Patientenverfügung durchsetzt, wenn er nicht mehr dazu in der Lage ist", erklärt Puppe. Oder auch: Einen, der beim Sterben hilft. Er lernte einen künstlerisch begabten alten Mann kennen, der in seiner Werkstatt lebte, modellierte und musizierte. Und der zwar nicht sterbenskrank war, "der sich aber quälte", so der Eindruck Puppes. Er litt an einem Lungenemphysem, das ihn kurzatmig machte, an Durchblutungsstörungen und schwerer Schuppenflechte an beiden Beinen, und er hatte einen Hörsturz hinter sich.

Er wolle nicht mehr leben, habe er ihm ganz klar beschieden. "In dieser Möglichkeit kann man sich davonstehlen oder aktiv werden, wie man es kann", erinnert sich Puppe. Der gläubige Christ entschied sich, G. beizustehen, denn, "vielleicht ist mir dieser Mensch auch zugeführt worden, wie eine Aufgabe."

Peter Puppe brachte sich dadurch durchaus in eine schwierige Situation. Denn G. unternahm mehrere Versuche, sich das Leben zu nehmen - und Puppe sah sich mit der Gesetzeslage konfrontiert: "Ich durfte Medikamente besorgen, aber nicht dabei bleiben, wenn er sie einnahm." Hätte er dann nicht eingegriffen, wäre dies unterlassene Hilfeleistung gewesen. Schließlich stellte G. ein "Gesuch zur Freitodbegleitung" in der Schweiz, und obwohl Puppe schon die vergangenen Wochen als schwierig empfunden hatte, "begann nun die schwerste Zeit". Denn  nun hieß es abwarten, bis ein Arzt die gesundheitliche Situation des 90-Jährigen so einschätzte, dass er das Rezept für den tödlichen Medikamenten-Cocktail ausstellte. Erst der dritte Mediziner stimmte zu - unter der Bedingung, vorher mit dem 90-Jährigen zu sprechen.

Peter Puppe trat mit Klaus G. die Reise in die Schweiz an. Am 10. Juni dieses Jahres flogen die beiden nach Zürich, das Gespräch verlief für den Sterbewilligen positiv. Am Mittag des folgenden Tages nahm er bei der Schweizer Sterbehilfegesellschaft nach einer langen und rechtlich vorgeschriebenen Vorbereitungsprozedur den tödlichen Barbiturat-Mix ein. Nach ungefähr zwanzig Minuten wusste Peter Puppe, "dass mein Freund Klaus G. sein lang ersehntes Ziel glücklich erreicht hat".

Fehlt ihm nun der Mensch G. in seinem Leben? Puppe überlegt, sagt dann: "Ich konnte damit abschließen, ähnlich wie mit anderen Phasen meines Lebens." Derjenigen beispielsweise, als er im Bundesvorstand der Grünen neben Petra Kelly aktiv war. Peter Puppe hat dieses Erlebnis offenbar auf seine Weise verarbeitet.

Mit dem Thema Sterbehilfe hat er dagegen noch lange nicht abgeschlossen. Der Untertitel seines Hörbuchs sagt es schon, er lautet "zur Illusion humanen Sterbens in Deutschland". Zufrieden ist er mit der Gesetzgebung nicht. Ihm geht es allerdings ganz klar um die "wenigen" Fälle, "bei denen das Weiterleben mit ihrer Menschenwürde nicht zu vereinbaren ist". So wie bei seinem Freund Klaus G.

>Wer sich für das Hörbuch interessiert, kann sich unter peterpuppe@gmail.com informieren.< 

 

07.11.2005:
Peter Puppe erhält den mit 5.000 € dotierten Arthur-Koestler-Preis 2005 in Frankfurt

Siehe unter ,Preise und Auszeichnungen'
http://www.dghs.de/

Peter Puppe
peterpuppe@gmail.com